Schnack auf Zack
  Wehmütig
 
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Wehmütig

Als ich heute Nachmittag im Stadtpark auf einer der Parkbänke das herrliche Sonnenwetter genoss, fiel meine Blick auf ein junges Pärchen, die augenscheinlich frisch ineinander verliebt waren. Ich schätzte die beiden Teenager auf 16-20 Jahre, so genau kann man das heute allein nach dem äußeren Eindruck ja nicht mehr bestimmen. Sie sahen sich verliebt an und blieben alle paar Meter stehen, um sich zu necken, zu lachen und zwischendurch immer wieder hemmungslos zu knutschen.

Ich musste lächeln, denn ihr Verhalten erinnerte mich an mich selbst, als ich etwa im selben Alter war. Damals war auch ich das allererste Mal so richtig verliebt gewesen. So unbedarft-leidenschaftlich verliebt, wie man vielleicht nur als Teenager sein kann, wenn man noch nichts um das Wesen der Liebe weiß.
Wehmut breitete sich in meiner Brust aus, und ich seufzte. Was war zwischenzeitlich alles in meinem Leben passiert! Heute liebte ich anders, irgendwie gemäßigter, vorsichtiger. Ich dosierte meine Gefühle mehr, setzte sie auch manchmal gezielt ein, um etwas beim anderen zu erreichen.
Ich fragte mich, wo und wann genau mich meine Naivität und Unbedarftheit aus meiner Teenagerzeit verlassen hatte. Wahrscheinlich ging bei jeder neuen Enttäuschung ein Stückchen mehr verloren, dachte ich traurig. Gehörte auch das zum “Erwachsenwerden“ zwangsweise dazu, dass sich die Art und Intensität der erlebten Gefühle veränderte?

Das Pärchen hielt sich an den Händen und verschwand schließlich langsam schlendernd aus meinem Blickfeld. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals herunter und dachte darüber nach, wie wunderschön es wäre, könnte ich die Zeit einfach zurückdrehen.
Ach, ich wäre auch gern noch einmal 17 Jahre alt und eine verliebte Schülerin, die dachte, sie würde später die Welt mit ihren Ideen verändern…

 
   
 
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