Schnack auf Zack
  Tödliche Diagnose
 
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Tödliche Diagnose

„Hier sind sie,“ seine Hand zittert leicht, als ich ihm meine Röntgenbilder übergebe.
„Bist Du sicher, dass Du sie Dir vorab ansehen willst?“
„Natürlich,“ seine Körperhaltung ist angespannt, als er die Bilder vor die Leuchtröhren einspannt.
Ich beobachte ihn. Endlose Sekunden lang bleibt er so stehen. Er atmet hörbar ein und aus. Als er sich wieder zu mir umdreht, rinnen Tränen über seine Wangen.

Ich nehme ihn in den Arm. Ich hätte es ihm gerne erspart.

„Es tut mir so leid,“ versuche ich ihn leise zu beruhigen. Er schluchzt auf.
„Wie lange weißt Du es schon, Sandra?“
„Genau kann ich es Dir nicht sagen, aber eine Ahnung habe ich schon seit etwa acht Monaten.“

Eins der Röntgenbilder fällt aus der Halterung und segelt zu Boden.
Er bückt sich mechanisch, um es aufzuheben.

„Ich sollte Dich trösten, nicht Du mich.“
Er nimmt mich in den Arm und drückt mich an sich. Ich kann seine Verzweiflung spüren “Wenn ich nur irgendetwas tun könnte… Ich meine, ich bin doch schließlich Arzt…“ seine Stimme bricht.
„Oh, das kannst Du. Sei einfach wie immer. Und bitte, nimm Deinen Jahresurlaub, damit wir zusammen verreisen können. Nach Australien, so wir wie wir es schon so lange vorhaben.“

Ich strahle ihn an.

Er sieht mich erst ungläubig an, dann nickt er.

 
   
 
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