Schnack auf Zack
  Seit ich dich kenne, hat mein Herz Flügel
 
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Seit ich dich kenne, hat mein Herz Flügel

 

Ein Geräusch lässt mich aufschrecken. Müde suche ich im Halbdunkel nach dem Wecker, um dieses nervende Piepen abzustellen. Es gelingt mir nicht. Ich seufze und überlege für einen Moment, mir das Kissen über den Kopf zu ziehen, in der Hoffnung, dass die Batterie des Weckers bald ihren Geist aufgibt. Mangels Erfolgsaussichten verwerfe ich diese Option allerdings schnell wieder.
Gähnend setze ich mich im Bett auf, taste nach dem Schalter meiner kleinen Nachttischlampe, stelle diese an und danach den Wecker aus. Himmlisch diese plötzliche Ruhe!
Ich bin versucht, mich wieder hinzulegen, zwinge mich jedoch nach erneutem Gähnen, aufzustehen und schlurfe ins Badezimmer.

Ich rutsche fast auf dem Badvorleger aus. Gerade noch einmal gut gegangen! Richtig, ich wollte mir ja noch diese Gummiunterlage besorgen. In Gedanken trage ich “rutschfeste, gummierte Teppichunterlage“ zu meiner imaginären Einkaufsliste dazu und bin sicher, dass ich dies spätestens in zehn Minuten wieder vergessen habe.
Ich klatsche mir eiskaltes Wasser ins Gesicht, ehe ich einen Blick in den Spiegel wage.
„Moin Sandra, du hast auch schon besser ausgesehen!“ begrüße ich mein Spiegelbild griesgrämig. Nicht zu fassen, wie müde ich bin! Es fühlt sich an, als hätte ich überhaupt nicht geschlafen. Wahrscheinlich steckt mir eine Erkältung in den Knochen. Ich putze mir mechanisch die Zähne.

Wieder zurück in meinem Schlafzimmer ziehe ich mich an und mache unser Bett, in dem ich das Bettlaken glatt ziehe, die Kopfkissen aufschüttele und die Oberbetten ordentlich zusammenlege. Danach öffne ich das Fenster, um durchzulüften und betrachte zufrieden unser gemachtes Doppelbett.
Nichts zeugt mehr von einer Nacht voller Gier und Leidenschaft.
Ich muss breit grinsen, wenn ich an die noch nicht lange vergangenen Stunden mit dir denke und daran, wie schlecht du heute Morgen zu deiner Frühschicht aus dem Bett gekommen bist. Kein Wunder, denn viel Schlaf hatten wir wirklich nicht…

Noch immer grinsend verlasse ich das Schlafzimmer und schließe die Tür hinter mir.

In der Küche mache ich mir Milch in der Mikrowelle heiß und fülle Kakaopulver in die dampfende weiße Flüssigkeit, die sich schokoladenbraun färbt, als ich diese mit einem Löffel umrühre. Mit dem heißen Becher in der Hand drehe ich mich um und lehne mich mit dem Rücken gegen den Küchenschrank. Mein Blick fällt auf unsere magnetische Pinnwand, an der ein roter herzförmiger Zettel befestigt ist. Ich gehe einen Schritt drauf zu, um zu lesen, du darauf geschrieben hast:

Seit ich dich kenne, Sandra,
hat mein Herz Flügel…
Du bist ein ganz besonderer Mensch,
für mich der Allerwichtigste überhaupt!
Du machst mein Leben lebenswert –
für den Moment und ab jetzt
bitte für immer!


Mir steigen Tränen der Rührung in die Augen, die ich, nachdem ich meinen Kakao abgestellt habe, schnell wegwische. Ich liebe dich, gerade für diese kleinen Überraschungen! Das Gefühl in mir ist so stark, dass ich die Hand auf meine Brust lege, um meinen hämmernden Herzschlag zu beruhigen.
Vorsichtig löse ich den Zettel von der Unterlage, falte ihn vorsichtig zusammen und stecke ihn wie einen Schatz in meine Hosentasche. Ich fühle mich stark, denn der Mann, den ich über alles liebe, liebt mich genauso intensiv zurück – was kann es noch Schöneres geben? Jetzt kann der Tag kommen!

 
   
 
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