Schnack auf Zack
  Grenzenlos
 
"

Grenzenlos

„Musst du denn ständig deine Grenzen austesten, Sandra? Ich meine, was kann dabei alles passieren?“ Lukas war tief besorgt.
„Nun, dumm wäre natürlich, wen sich der Fallschirm nicht öffnen würde.“ Ich grinste ihn an, in dem Versuch, das Ganze ins Lächerliche zu ziehen. Er ging nicht darauf ein, schüttelte nur resigniert den Kopf.
„Und wenn ich dich bitten würde, es zu lassen?“ Er rutschte auf dem Sofa näher an mich heran und berührte meine Wange, so dass ich ihn wieder ansehen musste. Ich seufzte.
„Dann würde ich trotzdem springen. Du kennst mich doch.“
Er zog seine Hand wieder weg.
„Lukas, was soll denn schon passieren? Es ist doch nur ein Tandemsprung. Ich werde vor den Bauch eines erfahrenen Fallschirmspringers hängen. Mit meinem Rücken an seinem Bauch – man nennt das auch “Kängeruhsprung“ – und die machen das dutzende Male pro Tag. Du kannst ganz beruhigt sein. Wirklich.“ Ich wollte ihn umarmen, ihn trösten, ihm die Angst um mich nehmen, aber er wich mir aus.
„Lass es doch einfach. Mach’ doch nur einmal etwas, um das ich dich bitte. Für mich und auch für dich. Ich habe kein gutes Gefühl dabei. Bitte, Sandra.“ Er hatte wirklich Angst, das Gefühl stand deutlich lesbar in seinem Gesicht.
„Das kann ich nicht mehr, ich habe mich schon für den Sprung angemeldet. “ Ich sprach das ganz leise. Er sah mich ungläubig an.
Wie in Zeitlupe sah ich ihn aufstehen und wortlos das Zimmer verlassen. Er tat mir in diesem Moment unendlich leid, und ich war versucht, ihm nachzulaufen, unterließ dies aber, weil ich wusste, dass er jetzt mit sich allein sein musste.

 
   
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=